Schlesien nach 1945 Wege und Wandlungen einer europäischen Region 11. Februar bis 9. April 2012

Geschrieben von sowa (») 24. 1. in der Kategorie Schlesisches Museum, gelesen: 239x
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Eröffnung am Freitag, 10. Februar 2012, 19 Uhr  Nach Kriegsende hatte Schlesien einen schweren Start. Viele Städte lagen in Trümmern; Chaos und Gewalt gingen um. Die Vertreibung der Deutschen riss Lücken, die kaum zu schließen waren. Der neuen Bevölkerung blieb das Land lange fremd. Ein diktatorisches Regime behinderte jede freie gesellschaftliche Entwicklung. Foto: „Repatrianten“ mit ihren Habseligkeiten in Liegnitz, Oktober 1947. Foto: PAP

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und mit der Vertreibung des größten Teils seiner Bewohner schied Schlesien aus der deutschen Geschichte aus. Das Land teilte von nun an die Schicksale der polnischen Woiwodschaften und durchlebte mit ihnen die Epoche der Volksrepublik, den Freiheitskampf der Solidarność und den Aufbruch in die Demokratie und nach Europa seit 1989. Dennoch: Auch innerhalb des polnischen Staatsverbands ging Schlesien durchaus eigene Wege. Die Jahrhunderte lange historische Prägung wirkte weiter, während eine neue Bevölkerung eigene Traditionen, Ideen und Konzepte ins Land brachte. Mit Texten und Bildern versucht die Ausstellung des Schlesischen Museums eine Annäherung an das polnische Schlesien von heute und lässt wichtige Stationen der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung seit 1945 Revue passieren.

  Papst Johannes Paul II. vor dem Breslauer Dom, 1983. Foto: PAP/Adam Hawałej

In den Jahrzehnten der Volksrepublik hat sich Schlesien fest in den polnischen Staat integriert. Phasen des „Tauwetters“ und Wellen der Modernisierung wechselten mit bleiernen Jahren der Stagnation und verschärfter Repression. Schon in den 1970er Jahren zeichnete sich eine neue Entwicklung ab. Schlesien profitierte in besonderem Maße von den Wirtschaftsreformen der Ära Gierek. Zugleich wuchs die Distanz zwischen dem kommunistischen Staat und einer immer selbstbewussteren Gesellschaft mit ihren örtlich und regional fest verankerten oppositionellen Milieus.

Kupferhütte in Liegnitz, 2006. Foto: Krzysztof Gutkowski, Agencja Gazeta

Kupferhütte in Liegnitz, 2006. Foto: Krzysztof Gutkowski, Agencja Gazeta

Seit 1989 hat Schlesien eine stürmische Entwicklung durchlaufen. Heute gehört es zu den wohlhabendsten und am besten entwickelten Regionen in Polen. Seine geographische Lage, seine Wirtschaftskraft und sein dynamisches Kulturleben sichern ihm eine wichtige Rolle im neuen Europa. Die Ausstellung richtet einen Blick von außen auf das Land und wendet sich dabei an ein Publikum in Deutschland, wo sich viele mit Schlesien verbunden fühlen. Es ist ein Versuch, sich das Schlesien von heute – das vertraute, fremd gewordene Land – besser verständlich zu machen. kontakt@schlesisches-museum.de Öffnungzeiten: im Februar: Di – So 10 – 16 Uhr ab März: Di – So 10 – 17 Uhr 

http://sowa.posterous.com/slask-po-1945-drogi-i-przemiany-europejskiego

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